Strom ohne Kabel in absehbarer Zeit möglich

2007 war es nur eine Glühbirne, nun ist es schon ein LCD-Fernseher. Zwei Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben die bereits 2007 vorgestellte Technologie zur drahtlosen Stromübertragung (genannt WiTricity) so verfeinert, dass mittlerweile eine Übertragung von bis zu 100 Watt möglich ist. In einem ersten Prototypenversuch konnten sie nun einen LCD-Fernseher kabellos mit ausreichend Strom für den Betrieb versorgen. Marin Soljacic und André Kurs, die inzwischen eine Firma namens „WiTricity“ ausgegründet haben, rechnen damit, dass sie innerhalb eines Jahres erste kabellose Produkte auf den Markt bringen können. Ziel sei es, in einem Raum mehrere Geräte mit genügend Strom für einen dauerhaften Betrieb versorgen zu können.
Menno Treffers vom Wireless Power Consortium hingegen hält die Technik für noch längst nicht ausgereift. Wenn man das Gerät von der Stromquelle entferne, werde der Stromtransfer rasch ineffizient, kritisiert er gegenüber der BBC. Was sei der Sinn, wenn die Energie nur 20 bis 30 Zentimeter von der Wand bis zum Fernseher überbrücke und man das Gerät nicht mit nach draußen nehmen könne?
WiTricity-Chef Eric Giler gibt zu, dass kabellose Energieübertragung noch nicht so effizient sei wie die Übertragung per Kabel. Er gibt allerdings zu bedenken, dass der Umweltaspekt bemerkenswert sei. Eine schnurlose Tastatur funktioniere mit vier Battieren; bei der Produktion von einer davon werde so viel CO2 freigesetzt wie bei einer Autofahrt von fast 5 Kilometern. Die kabellose Stromübertragung via WiTricity-Technologie mache die Batterien überflüssig.